BU sinvoll?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist neben der Unfallversicherung die bekannteste Invaliditätsrente. Sie bietet ein sicheres Einkommen bei zeitweiliger und längerfristiger Berufsunfähigkeit.
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BU sinvoll?

Beitrag von Mareike » 06.01.2019, 20:06

Hallo Leute,

beim Sortieren meiner Unterlagen habe ich mir überlegt, ob ich denn als Beamtin auf Lebenszeit überhaupt eine BU brauche. Ich meine, bis jemand für dienstunfähig erklärt wird, muss ja schon viel passieren. Und dann bekäme man ja weiterhin im kleinen Umfang Bezüge.
Was sind Eure Erfahrungen oder Meinungen?

Viele Grüße,

Mareike

Siegfried

Re: BU sinvoll?

Beitrag von Siegfried » 07.01.2019, 12:45

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Mareike
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Re: BU sinvoll?

Beitrag von Mareike » 07.01.2019, 13:18

Hallo Siegfried,

Danke für Deine Antwort.
Aber ob eine Beamtin auf Lebenszeit einen Berufsunfähigkeitsvertrag braucht,da bin ich überfragt.
Ich habe hier eine ernsthafte Frage gestellt und frage mich, wieso Du antwortest wenn Du überfragt bist.
Wir Staatsanwälte wollen es genau wissen :wink:
Das glaub ich nicht,das geht schneller als man denkt.
Es ist leider nicht so wie Du denkst, aber glauben darfst Du was Du magst.
Aber VMHB weiß da sicher was.
Danke fir den Tipp :)
Hab mich bisschen durchgelesen in Forum und VMHB wird sicher mehr wissen, denn mein Eindruck ist, dass es der einzige ist, der kompetente und professionelle Antworten liefert.

Viele Grüße und einen schönen Tag,

Mareike

Siegfried

Re: BU sinvoll?

Beitrag von Siegfried » 07.01.2019, 16:06

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Siegfried

Re: BU sinvoll?

Beitrag von Siegfried » 07.01.2019, 16:30

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Re: BU sinvoll?

Beitrag von VMHB » 07.01.2019, 19:34

Hallo…

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen Sie in ihrer eigentlichen Form tatsächlich nicht, sondern das Zauberwort heißt Dienstunfähigkeitsversicherung (DUV) oder Berufsunfähigkeitsversicherung mit DU-Klausel.

Bei Beamten auf Lebenszeit sind, bedingt durch Dienstrechtsreformgesetze, die Ansprüche bei
DU gesunken.

Somit ist die Argumentation eines hohen jetzigen Gehaltes maximal irrelevant, als das zum einen
in der Regel ein höherer Lebensstil geführt wird (z.B. durch eine hohe Hausfinanzierung) und zum anderen die Abschläge bei einer DU recht hoch sind.

Die Berechnung eines sog. Ruhegehaltes, was Ihnen im Fall der Fälle gezahlt werden würde, ist leider sehr komplex, kann aber grob und vereinfacht betrachtet so aussehen:

Ausschlaggebend ist immer die Anzahl Ihrer bislang geleisteten Dienstjahre

0 bis 5 = kein Ruhegehalt
6 bis 19 = 35 Prozent
ab 20 = ca. 35 Prozent ansteigend auf
ab 30 = ca. 53 Prozent bis hin zu
ab 40= 71,75 Prozent (Maximalsatz)

Ansonsten hilft ein Anruf bei Ihrer Besoldungsstelle, diese wird Ihnen das in etwa bestätigen.

Somit wird schnell deutlich, dass eine private Absicherung sicher nicht unnötig ist.

Allerdings ist die Anzahl der Anbieter stark begrenzt, und im Gegensatz zu einer BU-Versicherung ist das Augenmerk hier auf die Definition der DU-Klausel zu richten.

Es gibt sog. „echte“ und „unechte“ DU-Klauseln, und nur eine „echte“ ist hier in Betracht zu ziehen.

Sie besagt etwas vereinfacht geschrieben, dass sich der Versicherer nach der Entscheidung des Dienstherrn richtet. Werden Sie als dienstunfähig in den Ruhestand versetzt, folgt der Versicherer automatisch ohne weitere Prüfung dieser Entscheidung und erkennt Ihre Berufsunfähigkeit (Dienstunfähigkeit) an.

Somit entfällt bestenfalls die (medizinische) Prüfung durch den Versicherer.

Somit wäre eine normale BU-Versicherung also Käse, wenn Sie vom Dienstherrn als dienstunfähig geschrieben werden, der Versicherer aber auf Berufsunfähigkeit prüft. Eine Bewertung nach den Kriterien der BU würde also fast ausschließlich nach hinten losgehen.

Bevor Sie aber dienstunfähig werden, versucht der Dienstherr evtl., Sie auf eine Teildienstunfähigkeit hin zu prüfen. Eine entsprechende Klausel im privaten DU-Vertrag, die auch dann eine Leistung vorsieht,gibt es gerade einmal bei 2 Anbietern.

Und die Ansprüche bei Teildienstunfähigkeit unterscheiden sich dann auch noch nach Bundesländern. :roll:

Ein weiterer Stolperstein ist die Laufzeit des Vertrages, da viele Versicherer hier Begrenzungen haben.
So versichern einige Anbieter Sie nur bis zum 55. Lebensjahr, was augenscheinlich keinen Sinn macht.

Andere Anbieter sind da etwas kulanter.

Spätestens hier wird klar, dass eine vernünftige Beratung zu diesem sehr komplexen Thema unerlässlich ist.


Viele Grüße
VMHB

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Re: BU sinvoll?

Beitrag von Mareike » 09.01.2019, 17:18

Hallo VMHB,

Vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Erklärung!

Viele Grüße,
Mareike

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Re: BU sinvoll?

Beitrag von VMHB » 09.01.2019, 22:01

:D Bitte, gerne

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